Was mich jeden Tag motiviert

Aktualisiert: 23. Okt 2020



Ich bin ja eine große Verfechterin davon, dass jeder und jede von uns aus einem ganz bestimmten Grund auf dieser Welt ist. Wir sind alle so individuell und einzigartig und haben demnach auch unsere ganz persönlichen Dinge, in denen wir besonders gut sind.


Eine der schönsten Erkenntnisse in diesem Leben ist wahrscheinlich, herauszufinden, was diese persönlichen Stärken sind, die uns zu dem machen, was wir sind. Denn das ist gar nicht so einfach bei so vielen Möglichkeiten und Eindrücken, die uns tagtäglich umgeben.


Die eigenen Stärken können sich selbstverständlich verändern und das ist auch gut so. Kontinuierliche Entwicklung im Sinne von mentaler Reifung ist das, was unser Leben so wertvoll macht. Und damit meine ich nicht eine ständige Selbstoptimierung, welche sich vor allem dadurch auszeichnet, dass wir versuchen einem bestimmten Bild zu entsprechen, von dem wir denken, dass unser Umfeld möchte, dass wir so sind.




Und zu dieser persönlichen Entwicklung gehört eben auch eine gewisse "Lebensaufgabe", ein Grund, der uns morgens gerne aufstehen lässt, und ein Grund, der uns auch dazu motiviert an uns selbst zu arbeiten. Diese Aufgabe muss natürlich nicht an einen bestimmten Job geknüpft sein. Die Hauptsache ist, dass diese Aufgabe deine ganz eigenen Träume und Werte widerspiegelt. Und zwar ganz ehrlich ohne einen Schleier von fremden Erwartungen. Sie kann sich natürlich jederzeit entwickeln, verändern oder anpassen. Solange wir danach streben, uns selbst treu zu bleiben, kommen wir auch immer zu ihrem wahren Innern zurück.


Für mich hat sich mein "Grund" schon sehr früh geformt. Als Tochter eines Reformhaus-Besitzers war ich von klein auf immer von Lebensmitteln umgeben, was nicht nur meine Ernährung nachhaltig geprägt hat, sondern auch meine Leidenschaft für eine gesunde und umweltbewusste Ernährungsweise entwickeln ließ. Bereits im Grundschulalter war mir klar, dass auch ich meinen Beitrag leisten möchte, um Ernährung mehr in den Fokus unserer Gesellschaft zu rücken. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig hochtrabend, tatsächlich konnte ich aber als Kind schon sehr pathetisch sein.



Mit dem Älterwerden kam ich irgendwann ein bisschen von meinem Weg ab. Die Jahre vorm und nach dem Abitur, versuchte ich krampfhaft meinen Platz in einer teilweise sehr fordernden Gesellschaft zu finden, tat alles um mich anzupassen und dem von mir produzierten Wunschbild einer erfolgreichen jungen und selbstbestimmten Frau zu entsprechen. Dies äußerte sich in Form eines Bwl-Studiums. Ich wollte irgendwas mit Sprachen machen, das gleichzeitig eine steile Karriere ermöglichen würde. Außerdem mochte ich es zu sagen, dass ich Internationales Management studiere und mir gefiel die Vorstellung später in einem schicken Kostüm und hohen Schuhen zur Arbeit gehen zu müssen. Eine moderne erfolgreiche Frau eben.


Ein wenig ins Studium hinein, merkte ich, dass ich da eine Illusion in meinem Kopf erschaffen hatte, mit der ich unmöglich glücklich werden würde. Das war eins der relevanten ersten Male in meinem Leben, dass ich merkte, dass ich mir etwas vorgemacht hatte, um irgendwelchen Fremd-Erwartungen zu entsprechen.


Also Studium wieder abgebrochen und Neustart. Tatsächlich war ich nicht direkt ehrlich zu mir selbst und schaffte es immer noch nicht mir selbst zu vertrauen. Als nächstes sollte es ein Psychologie-Studium werden. Ich habe aber noch früh genug die Kurve gekriegt und stattdessen mein Ökotrophologie-Studium begonnen. Also wieder "back on track".


Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht auch während des Bachelor-Studiums kurzweilig mein Ziel aus den Augen verloren habe. Aber wichtig ist ja letztendlich, was man draus macht und dass man es schafft wieder ehrlich zu sich selbst zu sein.


Heute kenne ich meine Stärken und habe ein klares Ziel vor Augen. Denn ich glaube, dass jeder und jede von uns aus einem bestimmten Grund auf dieser Welt ist und wir unseren individuellen Stärken zur vollen Entfaltung verhelfen sollten. Meine sind es, die komplexen Funktionsweisen unserer täglichen Ernährung, ansprechend und zielgruppenorientiert aufzubereiten und Menschen damit zu begeistern und zu bewegen. Die Ernährungswissenschaften haben eine hohe Relevanz und ihre Erkenntnisse dürfen sehr gerne in die breite Bevölkerungsmasse getragen werden, damit mehr Menschen davon profitieren können.



Ich bin ich der Meinung, dass Ernährung einen viel größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft verdient hat und, dass in dieser Hinsicht noch sehr viel Luft nach oben ist. Wir Ernährungsfachkräfte sind momentan noch nicht laut genug und überlassen selbsternannten Ernährungscoaches oder Experten aus anderen Fachbereichen die Bühne. Wir nutzen unsere Kompetenzen, unser Potenzial und unsere Möglichkeiten noch nicht vollständig aus. Ich sage: „Da geht noch mehr!“. Und aus diesem Grund sehe ich es auch als meine Aufgabe an, meinen Teil dazu beizutragen, unserer Berufsgruppe mehr Gehör zu verschaffen und ein besseres Bild zu geben. Ein Bild, dass vermittelt, dass wir nicht nur sehr kompetent sind, sondern auch ansprechende und verständliche Inhalte vermitteln können.


Aus diesem Grund habe ich den Schritt in die Freiberuflichkeit gewagt. Aus diesem Grund bin ich da wo ich heute bin und stehe morgens super gerne auf. Hier fließt meine Energie rein und hier bekomme ich auch ganz viel zurück. Dinge, die wir gut können, machen uns Spaß und bewegen uns dazu uns weiterzuentwickeln. Ich wünsche jeder und jedem Einzelnen von euch auch, dass ihr euren persönlichen Grund findet oder bereits gefunden habt.


Alles Liebe,

eure Malina

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